Neu: Flachglastechnologe /- technologin

Beruf mit Durchblick - Flachglastechnologe /- technologin

Vielseitiges Material - modernste Technik
Glas liegt im Trend. Der transparente Werkstoff Glas ist zunehmend wichtig für den Hochbau und die Innenraumgestaltung, aber auch für Zukunftstechnologien wie die Solartechnik. Das macht die Berufe in der Flachglasbranche interessant, vielseitig und zukunftsorientiert.

Seit dem 1. August dieses Jahres gibt es eine neue Berufsbezeichnung: Flachglastechnologe/-technologin. Die zunehmende Technisierung und Digitalisierung in der Glasbranche machte die die Neuordnung der Ausbildung erforderlich.

Flachglastechnologen und –technologinnen schneiden aus Basisglas passende Scheiben und bearbeiten sie nach Kundenwünschen für die unterschiedlichsten Anwendungen. Das können zum Beispiel Isoliergläser für Fenster oder Spiegelgläser sein, aber auch Tischplatten, Glaswände und -türen oder Scheiben, die in edlen Museumsvitrinen zum Einsatz kommen. Für die Herstellung werden kompetente Fachleute gebraucht, die den transparenten Werkstoff auf vielfältigste Weise bearbeiten: zuschneiden, schleifen, polieren, bohren, die Glasfläche durch Sandstrahlen und Lackieren veredeln oder Einfachglas durch einen Vorspannprozess zu Einscheibensicherheitsglas machen. Flachglastechnologen wenden dabei modernste Technik an, führen CNC-gesteuerte Maschinen; sie sind für die Wartung der Anlagen zuständig und kontrollieren die Qualität der Produkte während des Fertigungsprozesses.

Interessant und zukunftssicher
Flachglastechnologe/in ist ein anerkannter Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert drei Jahre, wobei neben dem Erlernen der praktischen Fertigkeiten auch das Wissen über die verschiedenartigsten Glasprodukte, die Möglichkeiten der Oberflächenveredelung und die betriebliche Organisation im Mittelpunkt stehen. Für den Beruf besonders geeignet sind junge Menschen mit handwerklichem Geschick, gutem technischen Verständnis und Spaß am Werkstoff Glas. Bei der Modernisierung der Ausbildungsordnung wurden die Automatisierung, Vernetzung und Digitalisierung des innerbetrieblichen Material- und Warenflusses ebenso berücksichtigt wie die Steuerung automatisierter Produktions- und Schneidanlagen.

Thomas Pinnekamp, Mitinhaber des Glas verarbeitenden Unternehmens Teutemacher Glas und Spiegel in Warendorf, empfiehlt interessierten Jugendlichen, ein Praktikum zu absolvieren: „So können  die jungen Leute feststellen, ob sie mit dem Werkstoff Glas umgehen können und  ihnen ein Beruf in der Flachglasverarbeitung zusagt. Eine Bewerbung ist jederzeit möglich.“

Voraussetzungen

Dieser Ausbildungsberuf bietet alles: Technik, Handwerk und den täglichen Umgang mit einem faszinierenden Werkstoff“, so Pinnekamp. Abgesehen von einer Affinität für das Naturmaterial Glas brauchen potentielle Bewerber und Bewerberinnen handwerkliches Geschick und ein gutes technisches Verständnis. „Grundvoraussetzung ist ein qualifizierter Hauptschulabschluss sowie gute Deutsch- und Mathekenntnisse – schließlich müssen technische Zeichnungen verstanden und diese in die Herstellung eines absolut fehlerfreien Produktes umgesetzt werden“, bekräftigt Thomas Pinnekamp „Wer dies beherrscht und einen ordentlichen Abschluss macht, kann sich über einen Beruf freuen, der jede Menge Abwechslung und Freude an der Arbeit bietet.“ Darüber hinaus gibt auch verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten, wie z.B. zum Industriemeister.

Weitere Informationen:

https://berufenet.arbeitsagentur.de

www.glas-ist-gut.de

Warendorf, Oktober 2018